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Romantik Blog

Das Romantik® Hotel Walhalla in Osnabrück. Ein historisches Traditionshaus.

Willkommen bei Romantic Travel, dem Podcast von Romantik Hotels. Heute sind wir im wunderschönen Osnabrück, in einem echten Traditionshaus: dem Romantik® Hotel Walhalla. 

Romantik Hotel Walhalla Osnabrück

Seit 1690 ist das Romantik® Hotel Walhalla erste Adresse für Gäste in der Osnabrücker Altstadt. In dem historischen Barock-Fachwerkhaus treffen herzliche Gastlichkeit, familiäre Atmosphäre und Geschichte aufeinander. Geführt von Andreas Bernard und seiner Frau, vereint das Hotel heute acht liebevoll restaurierte Gebäude, eine vielseitige Gastronomie von regionaler Küche bis zum hauseigenen „Use-Gin“ sowie Wellness mit Blick über die Stadt. Ob Dalai Lama, das Königshaus oder Städtereisende: Wer hier eintritt, erlebt Osnabrück von seiner schönsten Seite.

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Über "Ole Use" und Geschichte. Interview mit Gastgeber Andreas Bernard.

Anabel Joksch
Heute spreche ich mit Andreas Bernard. Hallo Herr Bernard, schön, dass Sie hier sind.

Andreas Bernard
Hallo Frau Joksch. Ich freue mich sehr, hier zu sein. Vielen Dank für die Einladung.

Anabel Joksch
Sie führen das Hotel gemeinsam mit Ihrer Frau schon seit einigen Jahren.

Andreas Bernard
Ganz genau, mittlerweile sind es über 30 Jahre. Es gibt viel zu erzählen, und ich beantworte Ihre Fragen gern.

Anabel Joksch
Sehr gerne. Es handelt sich ja um ein sehr geschichtsträchtiges Gebäude – gegründet 1690, hier mitten in Osnabrück. Das ist eine lange und beeindruckende Geschichte. So etwas können nicht viele Hotels von sich behaupten. Können Sie uns mehr darüber erzählen?

Andreas Bernard
Gerne. 1690 ist tatsächlich das Jahr, in dem das Haus, so wie es heute steht, errichtet wurde. Aber die Grundmauern sind viel älter. Die Denkmalschutzbehörde schätzt sie auf das 15. oder 16. Jahrhundert. Kurz zusammengefasst: 1613 gab es in Osnabrück einen verheerenden Stadtbrand. Die meisten Gebäude rund um den Marktplatz und das Rathaus – darunter auch unseres – wurden zerstört. 1690 wurde das Haus dann auf den alten Fundamenten neu aufgebaut.

1648 wurde in Osnabrück übrigens der Westfälische Frieden verhandelt, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Die protestantischen Gesandten waren in Osnabrück untergebracht, die katholischen in Münster. Viele von ihnen wohnten in Gebäuden rund um den Marktplatz – wahrscheinlich auch in unserem Haus. Auch wenn die offizielle Geschichte 1690 beginnt, reichen die Wurzeln also deutlich weiter zurück.

Anabel Joksch
Was für ein faszinierender historischer Hintergrund. War das Gebäude denn schon immer ein Hotel – seit 1690?

Andreas Bernard
Das Haus existiert seit über 335 Jahren und hatte etwa vier große Eigentümerwechsel. Mein Schwiegervater hat es 1985 von freundlichen Menschen gekauft, die leider nicht die Mittel hatten, es zu sanieren. Er hatte keinerlei Hotelerfahrung, aber sah Potenzial, hat es aufwendig renoviert – und plötzlich lief es. Die Leute liebten die Lage und den Charme.

Später kamen seine Tochter – heute meine Frau – und ich dazu. Anfang der 1990er haben wir übernommen und das Ganze nach und nach erweitert. Wir haben Nachbargebäude dazugekauft und renoviert, aus einer kleinen Pension wurde unser heutiges romantisches Hotelensemble.

Anabel Joksch
Das klingt spannend. Wie viele Gebäude gehören heute zum Hotel?

Andreas Bernard
Aktuell nutzen wir acht Gebäude, sechs davon aktiv. Die anderen beiden dienen als Nebenflächen mit 20 Parkplätzen, Personalbüros und ein paar Wohnungen – teilweise auch für Mitarbeitende. Insgesamt erstrecken sich die Gebäude über vier Straßen – was man auf den ersten Blick gar nicht sieht. Erst aus der Vogelperspektive erkennt man die gesamte Dimension. Es ist eine komplexe, aber spannende Aufgabe, so ein historisch gewachsenes Hotel zu führen – keines von der Reißbrettplanung, sondern voller Geschichte, Charme und vielen Gesprächen mit Denkmal- und Brandschutzbehörden.

Anabel Joksch
Ja, das glaube ich sofort. Viele unserer Hörer:innen werden sicher gleich nach Fotos auf RomantikHotels.com suchen – wobei das Erlebnis vor Ort bestimmt noch viel schöner ist. Der Name „Walhalla“ – hieß das Haus schon immer so?

Andreas Bernard
Nein, ursprünglich hieß es „Ratschenke“, als es 1690 begann, Speisen und Getränke zu servieren. Es lag direkt gegenüber vom Rathaus und war sozusagen ein bürgerliches Gasthaus. 1820 kaufte ein Mann aus der Umgebung das Gebäude und wollte ihm eine edlere Identität geben. Inspiriert von der nordischen Mythologie – denken Sie an die Walhalla bei Regensburg – sah er es als einen Ort, an dem ehrenwerte Menschen zusammenkommen, wie die gefallenen Krieger in der Sage. Seitdem heißt es „Walhalla“, und der Name hat sich seit 1820 in der Region etabliert.

Anabel Joksch
Ein wirklich eindrucksvoller Name. Und das Walhalla ist ja nicht nur für den Namen bekannt – sondern besonders für das Essen, richtig?

Andreas Bernard
Ja, danke! Wir wissen, woher unsere Gäste kommen – wir haben sowohl einheimische als auch internationale Besucher. Viele kommen nur zum Essen. Wir betreiben drei verschiedene Restaurantkonzepte.

Unser Hauptrestaurant bietet regionale und saisonale Küche – alles frisch zubereitet. Wild beziehen wir von Jägern aus der Region, ich jage selbst. Wild, besonders Reh, ist sehr beliebt, weil es nachhaltig und natürlich ist.

Dann haben wir eine Lounge mit Bistrostil, in der wir internationale Gerichte anbieten – und schließlich ein klassisches deutsches Wirtshaus-Ambiente.

Anabel Joksch
Ist das die „Ole Use S-Bar“ – oder liege ich da falsch?

Andreas Bernard
Ganz richtig. Wir nennen sie „Ole Use“, was auf Plattdeutsch „alles unseres“ bedeutet. Dahinter steckt eine ganze Geschichte. Das Gebäude ist unser ältestes – von 1608. Ich habe es vor etwa zehn Jahren von der Stadt gekauft. Es hat nichts mit der gleichnamigen Flensburger Marke zu tun. Früher gingen die Bauern hier alle sieben Jahre über ihre Felder, kontrollierten Grenzsteine und riefen: „Ole Use – das ist alles unseres.“ Daher stammt der Name.

Heute beherbergt das Gebäude unsere S-Bar, mit Bar und Restaurant auf zwei Etagen. Sie wird unabhängig betrieben, mit eigener Küche. Wir haben dort ein Konzept mit gemeinsamen Speisen – also „Food prepared to be shared“. Natürlich kann man auch ganz klassisch à la carte bestellen.

Anabel Joksch
Ich kenne das selbst – manche teilen gerne, andere gar nicht. Aber es gibt auch ein besonderes Getränk, oder? Ihren eigenen Gin?

Andreas Bernard
Genau. Der heißt „Use-Gin“. Er wird professionell in einer Destille nach meinem Rezept gebrannt. Die Engländer lesen das oft als „use gin“ – was auch gut passt! Unser Gin ist frisch und leicht, mit Lemongras- und Koriandernoten – perfekt für den Sommer. Im Herbst werden die schwereren Sorten beliebter. Man kann ihn bei uns vor Ort genießen, als Souvenir mitnehmen oder auch bestellen. Trotz seines leichten Geschmacks hat er immerhin 44 % Alkohol.

Anabel Joksch
Toller Tipp! Also: Wer mal in Osnabrück ist, unbedingt die Ole Use S-Bar besuchen und den hauseigenen Gin probieren – direkt nach Originalrezept. Nach gutem Essen und Trinken möchte man Osnabrück sicher auch erkunden. Was empfehlen Sie Besucher:innen?

Andreas Bernard
Da gibt es einiges! Die meisten Gäste besuchen zuerst das Rathaus und den Friedenssaal, den ich ja schon erwähnt habe. Gleich daneben liegt die Marienkirche – nach der Reformation eine Bürgerkirche – und der Dom. Sehr sehenswert ist auch das Felix-Nussbaum-Haus. Er war ein jüdischer Maler, der im Konzentrationslager ermordet wurde. Das Museum wurde von Daniel Libeskind entworfen und war eines seiner ersten Gebäude in Deutschland – nur fünf Gehminuten entfernt.

Wer länger bleibt, entdeckt auch unbekanntere Orte: eine kleine Jesuitenkirche mit tollen Konzerten, den Fluss Hase, der sich durch die Stadt schlängelt, und den Geopark Terra Vita – der einzige Geopark, der fest in einer deutschen Großstadt verankert ist. Osnabrück liegt eingerahmt zwischen dem Teutoburger Wald im Süden und dem Wiehengebirge im Norden – eine wunderbar grüne Kulisse.

Andreas Bernard
Die Stadt selbst hat rund 160.000 Einwohner, in der Region leben etwa 450.000. Man ist schnell in der Natur. Es gibt auch zwei historische Friedhöfe von 1808 – St. Johannis und den Hasefriedhof – sehr stille, stimmungsvolle Orte. Und dann natürlich unser großartiger Zoo. Osnabrück bietet wirklich für jeden etwas.

Anabel Joksch
Vielen Dank für all diese tollen Tipps! Ich denke, es wird deutlich: Osnabrück bietet die perfekte Mischung aus Kultur, Geschichte, Natur – und kulinarischen Genüssen. Zum Abschluss noch: Ihr Hotel hat ja auch einen Wellnessbereich, richtig?

Andreas Bernard
Ja, ein eher kleiner, aber sehr feiner Spa-Bereich, 2008 unter dem Dach des alten Walhalla entstanden. Er bietet Platz für sechs bis acht Personen und umfasst eine Sauna, ein Dampfbad, einen Ruheraum und Massagen. Direkt neben der Sauna hat man sogar Blick auf das historische Rathaus. Manchmal hat man das Gefühl, die alten Ratsherren schauen noch auf die Stadt herab. Es ist ein sehr gemütlicher, intimer Ort – besonders beliebt an grauen Wintertagen, wenn man einfach nur entspannen möchte.

Anabel Joksch
Das klingt wunderbar. Ganz herzlichen Dank, Herr Bernard, für diese Einblicke in Osnabrück, Ihr Hotel und seine reiche Geschichte. Liebe Hörerinnen und Hörer, abonnieren Sie unbedingt den Romantic Travel Podcast, damit Sie keine Folge verpassen. Bis dahin – auf Wiedersehen und bis bald!

Andreas Bernard
Vielen Dank, Frau Joksch.

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