Schmucke Nordseestädte- und Hafendörfer

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Schmucke Nordseestädte- und Hafendörfer: Urlaub mit Kultur und Meer

Nach einem ausgedehnten Tag am Strand, im Watt oder auf dem Surfbrett durch die malerische Innenstadt schlendern, und nach einer Tasse Ostfriesentee die Museen und Ausstellungen der Umgebung unsicher machen? Ein Städteurlaub an der Nordseeküste ist das perfekte Reiseziel für alle, die sich nicht zwischen einem Aktiv-Urlaub, erholsamen Strandurlaub oder kulturellem Städtetrip entscheiden wollen. Doch Urlauber haben die Qual der Wahl, inmitten idyllischer Natur gelegen ist eine Ortschaft schöner als die andere. Die einen zauberhaft klein und verschlafen, die anderen pulsierend und voller Leben, da fällt die Auswahl für den Städteurlaub schwer. Der Text verschafft einen kleinen Überblick über ausgewählte Nordsee-Perlen, die alle ihren ganz eigenen Charme und Charakter haben. Wer sich nicht entscheiden möchte, verbindet das City-Hopping mit einer Fahrradtour. Oder besucht die Küste alle Jahre wieder. Langweilig wird einem bei diesem großen Angebot an Kultur und Freizeit bei einem Städteurlaub an der Nordsee sicherlich nicht, an diesen wunderbaren Nordsee-Orten.

Greetsiel

Historische Giebelhäuser mit bunten Fassaden, charmante Gassen, ein 600 Jahre alter, uriger Fischerhafen mit einer beeindruckenden Krabbenkutterflotte – das nordische Greetsiel ist ein absolutes Urlaubs-Highlight. Wer das ehemalige Fischerdorf besucht, den umfängt der Zauber der Vergangenheit. Hier findet man das typische Ostfriesland alter Zeiten: Gulfhöfe, die historischen Zwillings-Windmühlen die einen am Ortseingang in Empfang nehmen, Häuptlingsburgen und der wohl kleinste Leuchtturm Deutschlands. Wer durch den pittoresken Ortskern Greetsiels geschlendert ist, kann am Hafen fangfrischen Granat, so werden die Krabben hier genannt, genießen, oder sich in einem der Fischrestaurants Schollen, Scharben, Seezungen oder andere kulinarische Nordsee-Schätze einverleiben. Bei stürmischen Nordseewetter gibt es sicherlich keinen gemütlicheren Ort für einen dunklen Ostfriesen-Tee und Sahnekuchen, als in dem alten Kornspeicher in einer der Zwillings-Windmühlen am Ortseingang (Schoofs Mühlencafé). Bei strahlendem Sonnenschein kann man auch auf der Terrasse direkt am Wasser sitzen. Im August verwandelt sich das beschauliche Städtchen in einen Ort der Ausgelassenheit. Dann findet nämlich die „Wältmeisterschaft“ im Schlickschlittenrennen statt, auch Karneval im Watt genannt. Ein Event, das jährlich mehr als zehntausend Besucher anzieht. Prämiert wird die schnellste Mannschaft mit dem besten Kostüm.

Norden

Norden, und damit ist nicht die Himmelsrichtung gemeint, sondern die älteste Stadt Ostfrieslands, ist das perfekte Reiseziel für einen vielseitigen Aktivurlaub inmitten von historischen Sehenswürdigkeiten. Die nordwestlichste Stadt auf dem deutschen Festland besitzt eine wunderschöne Altstadt mit einem malerischen Marktplatz, umsäumt von einem alten Baumbestand – viele der Bäume sind über 250 Jahre alt. Hier befindet sich mit der Ludgerikirche die größte Kirche Ostfrieslands. Ihr Bau begann im Jahr 1235, der freistehende Glockenturm auf der anderen Seite der Straße stammt aus dem 14. Jahrhundert. Neben vielen kunsthistorischen Schätzen birgt die Ludgerikirche die zweitgrößte erhaltene Arp-Schnitger-Orgel Deutschlands. Auf der Südseite des Marktplatzes steht das Gebäude-Ensemble der „Dree Süsters“ (drei Schwestern). Es besteht aus drei wunderschönen Backsteinbauten der Renaissance und entstand um 1600. Und um bei der magischen Zahl zu bleiben: Im Stadtgebiet gibt es mit der Deichmühle, der Frisia-Mühle und der Westgaster Mühle auch gleich drei historische Mühlen. Im Alten Rathaus besuchen Urlauber das Heimatmuseum. Dort befindet sich auch das Teemuseum und macht große Lust, auf einen gemütlichen Nachmittag mit einer rauchigen Ostfriesenmischung in der Tasse und einem großen Stück Torte auf dem Teller. Gemütliche Cafés findet man überall in der Stadt. Die Nörder, so werden die Bewohner Nordens liebevoll auf plattdeutsch genannt, trotzen der rauen See mit einem ausgesprochenen Sinn für Behaglichkeit. Apropos raue See: Der Nordener Norddeich ist das größte staatlich anerkannte Seeheilbad an der Nordseeküste. Schon in den 50er Jahren wurde Norden als „Das grüne Tor zum Meer“ bekannt, weil der hübsche Küstenort nicht nur zu einem gemütlichen Stadt-Bummel anregt, sondern auch zu ausgedehnten Spaziergängen in der umliegenden Naturidylle – inklusive ausgiebigen Wanderungen durch das herrliche Watt. Hier vertreibt einen der Wind noch die letzten Alltagssorgen. Einen Ausflug sollten Tierfreunde unbedingt zur Seehundstation Nationalpark–Haus in Norddeich machen. Besucher können bei der Pflege kranker oder mutterlos aufgefundener Säuger zusehen. Eine Ausstellung gibt Informationen zu Seehunden, Kegelrobben und anderen Meeressäugern. Faszinierend ist das Waloseum im Ortsteil Osterloog. Hier kann man unter anderem das Skelett eines 15 Meter langen und zwei Tonnen schweren Pottwals betrachten, der im Norddeicher Watt gefunden wurden.

Juist: Ostfriesische Insel und Hafenort

Juist ist mit 17 Kilometern zwar die längste, durch ihre 500 Metern Breite aber auch die kleinste der sieben Ostfriesischen Nordsee-Inseln. Sie wird von den Insulanern liebevoll Töwerland genannt, was Zauberland heißt. Wer sie besucht, weiß, warum. Der rötlich funkelnde Sonnenuntergang über den weißen Sandbänken, das Licht des Leuchtturms Memmertfeuer bei Nacht, die herrlichen Salzwiesen, und inmitten dieser außergewöhnlichen Schönheit nostalgische Kutschen, die gemächlich über die Inselwege fuhrwerken. Autos sind bis auf wenige Ausnahmen schon seit Jahrzehnten auf Juist verboten. Im Töwerland gibt es zwei kleine Orte: Juist, das den Namen der Insel trägt, und Loog, was auf Friesisch Dorf bedeutet. Im Fährhafen finden Urlauber Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten sowie ein Kurmittelhaus mit Thalasso-Zentrum. Der Kurpark ist ein Treffpunkt mit Tradition. Alt und Jung treffen sich hier schon seit Generationen, um ihre selbstgebauten Miniatur-Schiffe in den Kur-See stechen zu lassen. Im Nationalpark-Haus im alten Bahnhof erfährt man viel Wissenswertes über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Wer etwas über die bewegte Geschichte der Insel erfahren möchte und sich für alle Themen rund um die Schifffahrt interessiert, wird im sehenswerten Küstenmuseum in Loog umfassend informiert. Gute Nachricht für Verliebte: Wer möchte, kann sich im historischen Backsteingebäude des „Alten Warmbads“ trauen lassen. Einen romantischeren Ort für den Start ins Eheglück findet man wahrscheinlich nur schwer.

Cuxhaven

Cuxhaven liegt an der nördlichsten Spitze Niedersachsens und gehörte im 19. Jahrhundert zu den exklusivsten Badeorten der Nordsee. Während damals nur Adelige und die reichste Bürgerschaft anreisten, steht Cuxhaven heute allen Erholungssuchenden offen. Umgeben von karibischen Stränden, der idyllischen Küstenheide und dem Naturschutzgebiet Wernerwald ist die Stadt zu einem Mekka von Aktiv-Urlaubern und Kultur-Liebhabern geworden. Die Kugelbake ist das Wahrzeichen der Stadt. Das 29 Meter hohe Seezeichen markiert die Grenze zwischen Elbe und Meer, und war damals eine wichtige Navigationshilfe. In Cuxhaven findet man eine große Anzahl von Museen. Wer sich für große Wortkunst und Malerei interessiert, sollte das Joachim-Ringelnatz-Museum nicht missen. Ein besonderes Kultur-Erlebnis sind auch die Hapag-Hallen. Hier werden die Geschichten von Auswanderern gezeigt, die Cuxhaven Richtung Amerika verließen.

Husum

„Graue Stadt am Meer“ nannte Theodor Storm seine Heimatstadt im Jahr 1851. Heute macht Husum eher den Eindruck einer Bilderbuchstadt, mit seinen prächtigen, mit bunten Fassaden verzierten Häusern, den romantische Gassen, dem alten Hafen und dem quirligen Stadtkern. Auf dem Marktplatz mit dem alten Rathaus, der hübschen Marienkirche und dem historischen Tine-Brunnen findet jeden Donnerstag der größte Wochenmarkt Nordfrieslands statt. Hier kann man sich regionale und frische Leckereien und Naschereien kaufen. Unweit des Marktplatzes befindet sich das Husumer Schloss, ein malerisches Backstein-Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das heute ein Kulturzentrum ist. Auf dem Programm stehen unter anderem internationale Piano-Festivals, verschiedene Konzerte und Puppentheaterspiele für die ganze Familie. Zu dem Schloss gehört das Museum mit Dachgalerie, das Poppenspäler-Museum, ein Schlosscafé, der Schlosspark und der prächtige Herzoginnengarten. Im Frühjahr sind die Wiesen, die das Husumer Schloss umgeben, in ein zartes Lila getaucht. Über 4 Millionen Krokusse sorgen dann nämlich für eine einzigartige Blütenpracht, die von den Humsumern mit dem Krokusblütenfest gefeiert wird. Von wegen graue Stadt am Meer! Wer das ehemalige Wohnhaus von Theodor Storm besuchen will, findet es in der Nähe des Hafens, in der Wasserreihe 31. Dort kann man in den teilweise original erhaltenen Räumen auch den Schreibtisch bewundern, auf dem der weltberühmte Schriftsteller den Schimmelreiter verfasste.

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